Der "Mini" wurde in Zeiten der Suez Krise entwickelt. Er sollte sparsam sein, einer 4-köpfigen Familie genug Platz bieten und in seinen Abmessungen die Kabinenroller aus Deutschland unterbieten.

Alec Issigonis, ein Ingenieur, der sich schon mit der Entwicklung des Morris Minors einen Namen im Königreich gemacht hatte, wurde mit der Aufgabe betraut. Im August 1959 war es dann soweit: Der Austin Seven bzw. der Morris Mini Minor wurden einer ausgewählten Delegation zur Testfahrt präsentiert. (Bild: BMHT)



Eine seltene Aufnahme von Issigonis hinter dem Steuer seiner Schöpfung.



Das Urteil war sagenhaft. Dem Mini wurde eine große Zukunft prophezeit.


Doch zunächst hatte es der Kleine gar nicht so einfach. So ein kleines Auto fand in der Bevölkerung zunächst wenig Zuspruch und es mußte schon eine Menge marketing-technisches Können aufgeboten werden, um den Mini, der bis dato noch gar nicht Mini hieß an den Kunden zu bringen.



Die Farbauswahl war sehr beschränkt. Lediglich rot, eine Art blau, grau und old english white waren als Karosseriefarben zu wählen. In der Ausstattung gab es zwei Varianten: die spartanische Standard Ausstattung und die de luxe Ausgabe mit Teppich, Ausstellfenstern und Kunstledersitzen. (Abb.:Farbkarte Original Morris Mini Press Package 1959)


Hier ein zeitgenössischer Werbefilm für den Morris Mini.





In diesen gelungenen Querschnitten wird deutlich, wie genial die Platzaufteilung des Minis bis heute ist. (Bild: BMHT)


Schon die ersten Zeichnungen, entstanden auf gerade greifbarem Papier oder Servietten, belegen die geniale Konstuktion des Minis. Platzausnutzung bis in den kleinsten Winkel, gepaart mit mutigen technischen Ideen.(Bild: BMHT)



Als Papierersatz mußten häufig Servietten in Pubs herhalten. Gute Ideen dulden nunmal keinen Aufschub........(Bild: BMHT)



Die ersten 3 Werksprototypen entstanden am 4. April 1959 per Hand im BMC Werk in  Longbridge. Alle gelten als verschollen, obwohl es Gerüchte gibt, dass es noch ein Exemplar in japanischer Sammlerhand geben soll. Zur Zeiterfassung wurde gemessen, wie lange ein Arbeiter brauchte, um eine Minikarosserie zusammenzubauen. Mitarbeiter Albert Green benötigte 7 Stunden für eine Karosserie...



Früheste Vorserienmodelle wurden als echte "Testkanninchen" verwendet. Bei diesem Modell ist zu erkennen, dass die Seitentaschen der Türen noch abgedeckt sind und die Kickplates aus Teppich bestehen. Auch besitzt die Tür eine Art Seitenaufprallschutz. Wer genau hinsieht erkennt, dass die Motorhaubenscharniere aussen auf der Haube angebracht sind. Die Schiebefenster haben noch keinen Verschluß sondern eine Art Glasriegel zum hin- und her Schieben.



Graham Hill nutzte später sogar einen Vorserienwagen im Renneinsatz.......



Die ersten Testwagen wurden nun für Einstellungsfahrten genutzt. Rein äußerlich hatten sie mit den späteren Serienmodellen schon sehr große Ähnlichkeit.




Trotzdem wurden die "Erlkönige" noch ohne Embleme während der Testfahrten auf ganz normalen Straßen in Belgien, Norwegen, England und Spanien.......



........wie auch auf deutschen Autobahnen zur Ermittlung der Höchstgeschwindigkeit bewegt.


Ein weitgehend unbekantes Fahrzeug ist hier abgebildet. 627 HUE ist der zweite je gebaute Austin Mini mit der Seriennummer 102, der zunächst als privates Auto Issigonis`registriert war, und dann an Donald Healey verkauft wurde. Unter dessen Händen wurde der Wagen dann seines Daches entledigt. Heute steht 627 HUE, neben vielen anderen geschichtsträchtigen Minis, in Japan in der Sammlung von Herrn Maruyama. Austin Mini mit Seriennummer 101 gilt als zerstört, Nummer 103 trägt die Zulassung KEG 77 und existiert immer noch.


(Bild: Country Garage Japan)

Aufzeichnungen aus den Archiven belegen folgende Tatsachen:

Austin 101 and 102 gebaut am dritten April 1959
Austin 103 and 104 gebaut am vierten Mai 1959
Austin 105 gebaut am fünften Mai 1959
Morris 101, 102, 103, 105,106,107,108,110,111,112 alle gebaut am achten Mai 1959.

Somit stammen die ersten Minis nicht von Morris, wie lange angenommen, sondern von Austin!

Bis auf 26 Exemplare waren alle bis Seriennummer 300 in Cowley gebauten Morris Minis Linkslenker (also Export-Autos) während die in Longbridge gebauten Austin Sevens mit den Nummern 126 bis 526 für den Export vorgesehen waren.


Aufgrund dessen, dass der Wagen in den 90ern von Greg Hales (ein inzwischen in Mini Kreisen berüchtigter Händler) für sehr wenig Geld nach Japan verkauft wurde, gibt es nur noch aus Büchern gescannte Abbildungen von 627 HUE.


Das in den 90ern erstellte Heritage Zertifikat bewies, dass dieser Wagen speziell für einen Herrn Alec Issigonis hergestellt wurde und dies im frühen April 1959, während die Produktion des Morris Mini in Cowley erst im Mai 1959 begann.



Wider Erwarten gelang es kürzkich eine äußerst seltene Aufnahme zu akquirieren: 627 HUE und KEG 77 zusammen auf einer Veranstaltung in Japan.



Endlich begann die Serienfertigung des Mini. Abgebildet ist hier der nach der "Legende" erste am Fließband gebaute Mini, mit dem Kennzeichen 621AOK.Inzwischen ist aber bekannt, dass 621AOK beileibe nicht mehr der Wagen ist, der er vorgibt zu sein. In den letzten 50 Jahren wurde er mehrfach restauriert und soll derzeit in einem "Austin reshell" stecken, soll heißen, die Karosserie gehört eigentlich zu einem späteren Austin Mini. Es gab aber noch ca. 3 Vorserien Modelle, die allerdings nicht an den Fließbändern gefertigt wurden, sondern von einer handvoll Ingenieuren manuell zusammengebaut wurden.



Hier eine seltene Aufnahme aus den frühen Jahren von 621 AOK. 621 AOK bekam während der "Promotion-Tour" im Jahr 1959 ein schwarzes Dach mit mauellem Faltdach. Zudem waren Gummi-Stoßstangenhörner montiert. Neben 621 AOK steht der damalige Nuffield`s Vertriebs-Direktor Donald Harrison.


Die Seriennummer der ersten Minis endet mit den Ziffern 101, sowohl in der Austin, als auch in der Morris Variante. Dieser hier wurde am 8 Mai 1959 gebaut.


Wer läßt es sich schon entgehen, in einem so geschichtsträchtigen Mini Platz zu nehmen.


Ob zur Verabschiedung Issigonis`in den Ruhestand, oder zum 100.sten Geburtstag von Queen Mum....621 AOK war immer dabei. (Bild: BMHT)


Im Jahre 1959 wurden 19.749 Minis gebaut und davon gerade einmal 7800 in England verkauft.


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